RAAM - Wyss und Bachmann

Ein unvergesslicher Sieg

Unglaublich. Unfassbar. Unmenschlich. Und doch ist es wahr. Und doch ist es möglich: Der Walliser Dani Wyss gewann das Race Across America 2009 – the World’s Toughest Bicycle Race. Er legte die 4700 Kilometer lange Strecke von Oceanside (CA) bis nach Annapolis Maryland in 8 days 5 hours und 45 minutes zurück. Als Rookie hatte der Schweizer bereits im Jahr 2006 für eine Überraschung gesorgt, da er das Ultradistanzrennen nach 9 Tagen 11 Stunden und 50 Minuten gewann. Damals bekam er den Übernamen „Murmeli“, da er mit einem grossen „Fettpolster“ an den Start ging. Ein Jahr später verpasste Dani Wyss jedoch knapp den Podestplatz. Und jetzt: „Mr. Wyss is once again Solo RAAM Champion“, steht auf der Homepage des RAAM (www.raceacrossamerica.org). Es gelang ihm sogar, nach einem packenden „Katz-und-Maus-Spiel“ und einer taktischen und psychologischen Meisterleistung den vierfachen RAAM-Sieger Jure Robic zu schlagen. Dani Wyss befand sich oft an zweiter Stelle in der Jäger-Position und blieb in Sichtkontakt mit dem Hasen. Ein Platten und das Absitzen von einer längeren Zeitstrafe führte beim Slovenen Robic im übertragenen Sinn zum „Genickbruch“. Der Slovene galt bis anhin als unschlagbar, da er mit extrem wenig Schlaf auskommt und trotz Halluzinationen in die Pedalen treten kann. Doch Dani Wyss machte nun das Unmögliche möglich, indem er die ganze Strecke nie unter 24 km/h fuhr und ebenfalls mit wenig Schlaf auskam. Der Sieger ist aber immer das Team. „A team that helped him win this race. Together, they rode a smart RAAM“, steht auf der RAAM-Homepage. Das Murmeli sagte schon im 2006: „Ich bin das schwächste Glied einer Kette.“ Der verflixte Nacken Neben Dani Wyss vertrat auch der 56-jährige Hermann Bachmann die Schweiz am diesjährigen RAAM. Es gelang ihm zwar mehr als die Hälfte der Strecke trotz fürchterlichen Nackenproblemen zurückzulegen. Konkret: In 7 Tagen 3 Stunden und 35 Minuten legte er 2582 Kilometer zurück. „(...) Ich trage eine Halsschiene, da meine Nackenmuskulatur meinen Nacken nicht mehr halten kann“, steht auf seinem Blog unter www.raam-bachman.ch. Der Fachbegriff für dieses bekannte Problem lautet: Shermer’s Neck. Hermann Bachmann hatte nur noch eine „3-Meter-Sicht in Schräglage und gegen rechts ausgerichtet“. Die Gefahr wegen eingeschränkter Sicht überfahren zu werden, war zu gross. Dieses Risiko wollte weder das Team noch „Mändu“ eingehen. Die Notbremse wurde gezogen: DNF – Did Not Finish. Ein hartes Akronym. „Meinen grossen Traum habe ich angefangen und ich bin froh, dass ich ihn lebend, mit vielen neuen Erfahrungen beendet habe“, steht am Schluss seines Blogs. Walter Blättler, der im Jahr 2006 am RAAM teilnahm, musste ebenfalls das Rennen aufgeben, da er aufgrund von Nackenproblemen und eines Unfalls schweren Herzens die Vernunft walten lassen musste. „Es ist bedauerlich, was passiert ist. Ich kann das aufgrund eigener Erfahrungen sehr gut nachvollziehen“, sagte Walter Blättler. Im Moment sei es die reinste Tragödie, aber mit der Zeit würden die tollen Erlebnisse, der Zusammenhalt im Team und die gewaltige Leistung bis zur letzten Minute überwiegen, erklärte Walter Blättler. Hermann Bachmann hat im Vorfeld des RAAM für seinen Traum trainiert. (Foto: zVg) Links: http://www.raam-bachmann.ch/ http://www.wyssdani.ch http://www.raceacrossamerica.org

Info

Datum26.6.2009
QuelleKettenrad.ch / Graziano Orsi
Direkthttp://www.kettenrad.ch/index.php?t=news&tt=archiv-_-suche&blogID=271

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