Kein Kiosk und kein Bähnli

Das Radsportteam Nutrixxion Schweiz hat kurz vor dem Wintereinbruch in Bergün einen aussergewöhnlichen Tag auf dem Bike erlebt. Im Zentrum stand der Aufstieg zur Fuorcla digl Ducan.

Markus, Lukas, Graziano und Willi erlebten wilde Zeiten auf dem Bike.

Hotel Weisses Kreuz in Bergün. Vom Hotelzimmer aus sahen vier Biker vom Radsportteam Nutrixxion Schweiz den grauen Himmel. Sie erspähten aber auch den eisernen Steinbock auf dem benachbarten Hausdach. Und dieser gab ihnen die Kraft und den Mut, die geplante Bike-Tour auf den Ducan-Pass zu starten. Lukas, Markus, Willi und ich traten in die Pedale und fuhren zu Beginn Richtung Stugl und danach zur Siedlung Runsolas. Alpwiesen, Bergbach und Föhren vermochten zwar den Blick zu fesseln, aber der steile Aufstieg war hart wie Bündnerschiefer. Lukas und Markus fuhren bereits voraus und Willi wartete geduldig auf mich. Als Bike-Anfänger war ich – trotz langjähriger Erfahrung als Rennradfahrer – erstaunt über das schnell pochende Herz. Der Puls war extrem hoch und beruhigte sich nur langsam nach dem Absteigen und Stossen des Mountain Bikes.

Erst im Hochtal kam man zum Verschnaufen. Es folgte ein Singletrail und nach dem kurzen Vergnügen erschlug mich ein Hammer, denn ich wusste (glücklicherweise) nicht die Details: Die letzten 400 Höhenmeter musste das Bike geschoben oder getragen werden bis zum Ducan-Pass (2666 Meter über Meer). Und dies ist garantiert. Unabhängig, wie technisch und konditionell gut man ist. Unabhängig davon, ob man eine Bike-Rennmaschine aus Carbon besitzt oder ein E-Mountainbike. Alle müssen tragen. „Hier gibt es keinen Kiosk und auch kein Bähnli“, sagte Tour-Organisator Willi Felix. Aus meiner Sicht war es im Nachhinein gut, nicht alles zu wissen. Denn: Wer hat schon Lust, in einem erschöpften Zustand das Bike noch fast zwei Stunden lang den Berg hinauf zu stossen? Es stellen sich natürlich noch andere Fragen: Lohnt sich das Schieben? Macht es Sinn, so lange zu stossen? Die Meinungen können zweifellos auseinandergehen. Tatsache ist, dass auf dem Übergang die Kulisse einen Rausch auslöst. Die Ruhe und die Bergmassive auf der Fuorcla digl Ducan auf 2666 Meter über Meer waren einzigartig. Zum Glück fiel auf der ganzen Fahrt kein Regen und der Schnee kam erst am nächsten Tag. Die vom Wind zerfressenen Felsskulpturen hinterliessen auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck. Ich wusste gar nicht, dass der Mond so nahe ist.

Es folgte ein anspruchsvoller Singletrail ins Ducantal, der in Sertig endete. Dort begann die Rückfahrt nach Filisur. Markus und Lukas wählten einen anspruchsvollen Waldweg, Willi und ich nahmen hingegen zu Beginn den Asphalt in Beschlag. Es folgte wenig später eine eindrucksvolle Fahrt in der Zügenschlucht mit dem Bärentritt bis zur Station Wiesen. Von Davos Frauenkirch hatte man dann wieder die Möglichkeit, relativ steile Waldwege oder die Hauptstrasse zu benützen, um nach Bergün zu kommen.

Kurz: Nach rund 2000 Höhenmetern und 60 Kilometern erreichten wir erschöpft wieder das Hotel Weisses Kreuz und freuten uns auf „Wilde Zeiten“, die nicht in den Bündner Bergen sondern auf dem Teller waren.

Erlebnisse eines Bikers. Teil 2.

 

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