I dodici Apostoli di Rorbas con Spaghetti

Eine leicht sadistische Tour mit sakralen Hügeln

Der Radsportanlass „I dodici Apostoli di Rorbas con Spaghetti“ feierte am Samstag, 22. August, sein 25-Jahr-Jubiläum. 53 Ciclisti wagten die heilige Kreuzfahrt mit Start und Ziel in Rorbas, die über 12 „Monsterbibeli“ des Zürcher Unterlands führte. Eine siebenköpfige Splittergruppe begnügte sich mit einer ebenfalls heldenhaften Route namens „7 Geisslein und Schneewittchen“ – ebenfalls rund um Rorbas. „Keiner hat aufgegeben“, resümierten nach rund 90 Kilometern und 2000 Höhenmetern die zwei Gründer dieses aussergewöhnlichen Radsport-Anlasses: Martin Born (Pater Born) und Hugo Faas (Bischof Haas). Das Spezielle dieser sakralen Tour ist, dass jeder Apostel nur einmal befahren wird und oben „brav“ gewartet wird, bis das Feld wieder eine Einheit bildet. Der bekannte Radsportjournalist Martin Born erklärte, dass die Tour mit den zwölf Aposteln (Freienstein, Oberhueb, Bebikon, Ober-Wagenburg, Mülberg, Sunnebüel – Verpflegung mit Tee und Birchermüesli –, Trinenmoos, Moosbrunnen, Hüneren, Chimenhof, Büttberg beziehungsweise Kleiner Klausen und Brueder) „leicht sadistisch“ sei, denn die Strecke führe immer wieder unmittelbar in der Nähe von Rorbas vorbei, wo ein kühles Bier förmlich in sündhafter Griffnähe steht. Zweifelsohne mussten manche Teilnehmer aus diesem Grund kräftig auf die Zähne beziehungsweise in den Lenker beissen, um das Fluchen bei diesem heiligen Anlass zu vermeiden. Denn: Das Tempo war forsch. Das Peloton stellte einen „Kreuz- und Quer-Kuchen“ dar (O-Ton Martin Born). Darunter waren beispielsweise: Kurt Betschart und Urs Zimmermann (Ex-Profis), Dres Balmer und Pete Mijnssen (Velojournal), Peter Schnyder (AS-Verlag), Bruno Keller und Werner Ebneter (Ex-Gemeindepräsidenten von Rorbas), Donato Cancellara (Vater von Fabian), Peter Eitzinger (ehemaliger Triathlon-Schweizermeister, Kurzdistanz), Michael Ausfeld (OK-Präsident Züri-Metzgete), Marc Locatelli (Grafiker mit grosser Passion für den Radsport), die Familie Gebhardt (drei Generationen waren am Start), unzählige Mitglieder von Veloclubs - die Rütner Velofritzen bereiteten sich in Colorado für dieses Rennen vor - und sogar zwei Vertreter der Velokurierszene. (Man vergebe mir die nicht lückenlose Aufzählung und die vergessenen Radpromis). Mass nehmen bei einem Ex-Profi Urs Zimmermann (TdS-Sieger 1984 und 3. Platz TdF, 1986) begründete seine Teilname folgendermassen: „Ich schätze es, an diesem Anlass die Beziehungen zu pflegen und in einer Gruppe zu fahren.“ Auf die Frage, ob es denn nicht riskant sei, mit weniger geübten Radfahrern im Feld zu fahren, antwortete „Zimmi“: „Ein Profi zeichnet sich dadurch aus, alles einzuschätzen.“ Die Hobbyradfahrer und -fahrerinnen kamen auf alle Fälle auf ihre Rechnung, indem sie in Richtung Bibelispitze Mass nehmen durften beim Ex-Profi. Co-Organisator Hugo Faas war am Schluss des sportlichen Teils sehr erfreut, da das Teilnehmerfeld trotz seiner Grösse (neuer Rekord mit 60 Radfahrerinnen und Radfahrern) sehr kompakt geblieben sei. Nach dem Radrennen ist bekanntlich vor dem Radrennen. Die Kohlenhydratspeicher dürfen wieder gefüllt werden. Das heisst in diesem Fall: Es folgte das Abendmahl mit apostolischer Speisung und Tränkung mit Salat, Spaghetti, Rotwein und Desserts. Wer im Anschluss eine Almose in Form einer 20er-Note in den Opferstock legte, war vom schlechten Gewissen befreit. Und wie geht es mit „I dodici Apostoli di Rorbas con Spaghetti“ weiter? Martin Born und Hugo Faas zögern mit der Antwort keinen Augenblick: „Die Tradition wird fortgeführt.“ Dies scheint so sicher wie das Amen in der Kirche zu sein. Auf dem sechsten Apostel namens Sunnebüel hat es für die Radfahrer und Radfahrerinnen ein Birchermüesli gegeben. (Fotos: Graziano Orsi) 12 Bibelimonster des Zürcher Unterlandes dürfen die Gümmeler „geniessen“. Eine eiserne Regel des Radsportanlasses „I dodici Apostoli di Rorbas con Spaghetti“ lautet: Oben wird gewartet. Die Väter des Radsportanlasses, Hugo Faas und Martin Born, haben die Radsportler nach den Strapazen zum „Abendmahl“ eingeladen.

Info

Datum23.8.2009
QuelleKettenrad.ch / Graziano Orsi
Direkthttp://www.kettenrad.ch/index.php?t=news&tt=archiv-_-suche&blogID=310

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